Über uns

Das Institut für Theaterwissenschaft (ITW) wurde im Februar 1992 als erstes theaterwissenschaftliches Institut der Schweiz gegründet. Es widmet sich der Theater- und Tanzwissenschaft, die szenische Vorgänge der Vergangenheit und Gegenwart untersuchen. Sie setzen dabei historisches und theoretisches Wissen mit dramaturgischen und analytischen Fragestellungen in Beziehung.

Die Studienbereiche Geschichte Theorie und Dramaturgie Aufführungsanalyse tragen in Lehre und Forschung dazu bei, dass der öffentliche Diskurs über Theater und Tanz differenzierter und qualifizierter geführt werden kann.

Der Gegenstandsbereich des Studiums liegt hauptsächlich in der europäischen Theater- und Tanzgeschichte sowie dem gegenwärtigen Theater- und Tanzschaffen von regionaler bis internationaler Ausstrahlung. Es wird keine berufsspezifische Ausbildung angestrebt, als berufliches Einsatzgebiet gilt der gesamte kulturelle Bereich, einschliesslich Publizistik, audiovisuelle Medien, Kulturmanagement etc.

Seit 1995 wurde ein 3600 Artikel in den vier Landessprachen umfassendes Theaterlexikon der Schweiz erarbeitet, das 2005 erschienen ist. Über Forschungsergebnisse geben die beiden Buchreihen Theatrum Helveticum und Materialien des ITW Bern Auskunft. Seit 2014 widmet sich itw : im dialog den Forschungen zum Gegenwartstheater und will ein transdisziplinäres Diskussions- und Forschungsnetzwerk etablieren.

Ein Schauspiel am Stadttheater, ein Hochseilakt auf der Strasse, Choreographien in Kunsträumen oder Inszenierungsstrategien beim Festakt – sie alle bilden den flüchtigen und höchst variablen Untersuchungsgegenstand der Theaterwissenschaft. Sie untersucht szenische Praktiken der Vergangenheit und Gegenwart und setzt dabei historisches und theoretisches Wissen mit dramaturgisch-konzeptionellen und analytischen Fragestellungen in Beziehung.

Wann begann der Mensch Theater zu spielen und wozu? Welche Theaterformen brachte die Geschichte hervor und wer hat sie geprägt? Fragen wie diese sind Thema der Theatergeschichte, die als eines von vier Teilgebieten das Studium der Theaterwissenschaft massgeblich prägt. Ein zweiter Bereich, die philosophisch ausgerichtete Theatertheorie, untersucht Merkmale, Ästhetiken und Funktionen der vielfältigen Theaterpraktiken. In der Dramaturgie wird ein spezifisches Vokabular für die Dramaturgie des Schreibens, des Textes und des choreographischen und inszenatorischen Produktionsprozesses erarbeitet. Die Aufführungsanalyse schliesslich setzt sich mit den szenischen Gestaltungen, Vorgängen, Ereignissen auseinander. Sie schult als grundlegendes Handwerk der Theaterwissenschaft das Beobachten, Beschreiben, Analysieren und Interpretieren der konkreten Erscheinungsformen von Theater.

Das Studium der Theaterwissenschaft kann seit 2007 auch mit einem Schwerpunkt in Tanzwissenschaft belegt werden, wobei Tanz als ein integraler Bestandteil von Theaterkultur verstanden wird. Mit ihren vier Studienbereichen Geschichte, Theorie, Dramaturgie und Aufführungsanalyse trägt die Theater- und Tanzwissenschaft wesentlich dazu bei, dass in der Öffentlichkeit ein differenzierter und qualifizierter Diskurs über Theater und Tanz im regionalen, nationalen und internationalen Kontext geführt werden kann.

Nur Theaterwissenschaft als Universitätsdisziplin fördert hinlänglich die Ausbildung von Dramaturginnen oder Theater- und Tanzkritikern und unterstützt ausreichend die Tätigkeit in solchen Berufen, die eine genaue Kenntnis zeitgenössischer Theater- und Tanzformen voraussetzen. - Prof. Dr. Andreas Kotte